Ruhe oder Strategie?
Der Bürgermeister von Culiacán, Juan de Dios Gámez Mendívil, befindet sich im Auge des Hurrikans. Ein Gericht in den USA wirft ihm Verbindungen zum Sinaloa-Kartell vor. Aber er versichert unbeeindruckt, dass er seine Agenda fortsetzen wird. „Mit Würde, Ehrlichkeit und Werten“, sagt er. Als ob das ausreichen würde, um eine Bundesanklage zu löschen.
Die Verteidigung: Unterstützung durch die Bevölkerung
Gámez Mendívil zögert nicht. Er weist darauf hin, dass er seine zweite Amtszeit mit mehr als 200.000 Stimmen gewonnen habe. Das sei seiner Meinung nach ein Beweis dafür, dass sein Verhalten einwandfrei sei. „Wenn es umgekehrt wäre, hätte ich nicht das Gesicht, meine Familie oder die Bürger zu sehen“, sagt er. Schöne Rede, aber die amerikanische Justiz ist von Wahlurnen nicht beeindruckt.
Die „harte“ Umgebung und die „Mitoten“
Der Stadtrat sagt, er fühle sich „in diesem Umfeld schwieriger Zeiten ruhig“. Und er verspricht, weiterhin sein Gesicht zu zeigen. Doch als sie ihn nach den anderen neun Beteiligten fragen – darunter Gouverneur Rubén Rocha Moya – beschränkt er sich darauf, zu sagen, dass er ihre Meinung respektiere. Jeder, sagt er, habe seine eigene Denkweise.
„Als Beamter muss ich Herausforderungen meistern, ohne abgelenkt zu werden. Ich habe nie jemanden respektlos behandelt und sehe mich auch nicht in Klagen oder Mythen verwickelt.“
Und der Vorwurf?
Hier das Detail: Bei der Anschuldigung handelt es sich nicht um ein Kaffeegerücht. Es stammt von einem US-Bundesgericht. Dazu gehören Beweise, Zeugen und ein ernsthafter Prozess. Aber Gámez Mendívil minimiert es, als wäre es ein Missverständnis. Ihre Strategie scheint die gleiche zu sein wie immer: leugnen, ablenken und an das Vertrauen der Bürger appellieren.
Selektives Gedächtnis
Das Merkwürdige ist, dass sich offenbar niemand in der Kommunalverwaltung an ähnliche Fälle erinnert. Jeder Skandal wird behandelt, als wäre es der erste. Aber die Geschichte wiegt. Und wenn die Justiz eines anderen Landes mit dem Finger auf Sie zeigt, klingt „Beruhigen“ sich eher nach einem Drehbuch als nach einer Verurteilung.
Der Bürgermeister bleibt vorerst im Amt. Doch der Schatten der Anschuldigung ist lang. Und in der Politik wie in der Justiz trügt der Schein nicht immer.




