Der Angriff, der den Berg Zion erschütterte
Eine 48-jährige Nonne, Forscherin an der Französischen Bibel- und Archäologieschule in Jerusalem, wurde letzten Dienstag brutal angegriffen. Das Video des Angriffs zeigt einen Mann, der sie verfolgt, sie von hinten stößt und sie tritt, während sie am Boden liegt. Spätere Bilder zeigen blaue Flecken in seinem Gesicht.
Die israelische Polizei gab an diesem Donnerstag die Festnahme eines 36-jährigen Mannes als mutmaßlichen Täter bekannt. Der Verdächtige bleibt während der laufenden Ermittlungen in Untersuchungshaft.
„Die Geißel des Hasses ist eine gemeinsame Herausforderung“, beklagte Pater Olivier Poquillon, Direktor der Institution, in sozialen Netzwerken.
Ein besorgniserregendes Muster
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Die israelische Polizei versicherte, dass sie jede rassistisch motivierte oder gegen Geistliche gerichtete Gewalttat „mit größter Ernsthaftigkeit“ nehme. Doch religiöse Organisationen warnen vor einer Zunahme von Angriffen auf palästinensische Pilger, Geistliche und Christen in Jerusalem.
Das israelische Außenministerium bezeichnete den Angriff als „beschämenden Akt“ und bekräftigte sein Bekenntnis zur Religionsfreiheit. Institutionen wie die Hebräische Universität Jerusalem warnen jedoch davor, dass dies Teil einer wachsenden Feindseligkeit gegenüber der christlichen Gemeinschaft sei.
Regionaler Kontext
Der Vorfall erinnert an andere Ereignisse aus jüngster Zeit, etwa an die Zerstörung einer Christusstatue in Debel im Südlibanon durch zwei aus der Armee ausgeschlossene israelische Soldaten. Die Spannung ist nicht neu, aber jeder Angriff trägt zu einer Atmosphäre bei, die viele als gefährlich ansehen.
Unterdessen erholt sich die Nonne und die internationale Gemeinschaft schaut zu. Die Frage bleibt: Wie lange werden diese „beschämenden Taten“ ohne wirkliche Veränderung so bleiben?




