Ein Jahr des Schweigens, ein Jahr der Wut
Oaxaca ist verletzt. 365 Tage nachdem Sandra Domínguez, eine Mixe-Anwältin und Aktivistin, zusammen mit ihrem Ehemann Alexander Hernández aus ihrer Gemeinde vertrieben wurde, bleibt der Fall eine verstaubte Akte. Keine Wahrheit, keine Gerechtigkeit, keine Verantwortung.
Die Organisation Consortium for Parliamentary Dialogue sagt es deutlich: „Sein Fall bleibt offen, ohne Wahrheit und ungestraft.“ Und es ist kein Wunder. Sandra und Alexander verschwanden am 4. Oktober 2024 in María Lombardo de Caso. Sechs Monate später wurde ihre Leiche in einem geheimen Grab in Veracruz aufgefunden. Wir wissen es nicht einmal.
Was hat die Behörde getan?
Im Januar 2025 kam es zwischen der Staatsanwaltschaft von Oaxaca und Bundeskräften zu einer Konfrontation mit mutmaßlichen Tätern. Drei mutmaßliche Kriminelle und ein Bundesagent starben. Im Februar verhafteten sie eine ehemalige Staatspolizistin, Esmeralda M. R. Doch das Geheimnis, wer alles angeordnet hat, bleibt ungelöst.
„Wir fordern Wahrheit, Gerechtigkeit und Garantien der Nichtwiederholung“, ruft Consorcio.
Die Community schweigt nicht. Sol Rojo, eine andere Organisation, bringt es auf den Punkt: „Keine Vertuschung mehr. Kein Schweigen, keine Straflosigkeit.“ Sandra ist nicht nur eine Nummer in einer Akte. Es ist ein Kampf, der nie endet.
Das Theater der Straflosigkeit spielt immer noch. Und währenddessen fragen sich die Familien in Oaxaca: Wie lange müssen wir noch warten?




