Veracruz, wo sich Verbrechen auszahlt (und die Behörden applaudieren)
Es scheint, dass Taxifahrer in Veracruz eine neue Anforderung haben, um ihren Führerschein zu erhalten: überleben. Wenige Tage nach der brutalen Ermordung von Irma Hernández, einer pensionierten Lehrerin, die ein Taxi fuhr, um über die Runden zu kommen (denn natürlich sind in Mexiko Träume von einem würdigen Alter so real wie Einhörner), wurde nun ein anderer Fahrer zu einer Fahrt ohne Wiederkehr auf der Autobahn Tuxpan-Cazones „eingeladen“. Das Ziel? Wer weiß, aber wahrscheinlich gibt es weder Strand noch All-Inclusive.
Die Vorgehensweise: Kugeln, Drohnen und keine Ergebnisse
Zeugen zufolge (d. h. dieselben, die es bereits gewohnt sind, diese Horrorfilme live zu sehen) beschloss ein bewaffnetes Kommando, mit dem Taxi 592 Scheibenschießen zu üben. Einer der Passagiere wurde erschossen, weil in Veracruz sogar Kunden mit Blut bezahlen. Die Behörden, die bei verspätetem Eintreffen stets pünktlich waren, setzten Drohnen, Hubschrauber und sogar Glückwünsche ein. Ergebnis? Nichts. Null. Der Taxifahrer wird immer noch vermisst und die Kriminellen trinken wahrscheinlich einen Kaffee, während sie ihre nächste „Express-Entführung“ planen
Falls jemand daran zweifelt: Dies geschah in Praxedis Guerrero, einem Ort, dessen Name wie ein revolutionärer Held klingt, an dem die einzige Revolution jedoch die der Straflosigkeit gegen sich selbst ist. Natürlich hat die organisierte Kriminalität bereits ein eigenes Treueprogramm: Wenn Sie die Erpressung nicht bezahlen, wird ein Abschiedsvideo für Sie aufgenommen. Irma Hernández hat es hautnah miterlebt, und nun konnte ein weiterer Taxifahrer in die „Top 10 der am häufigsten vermissten Personen“ in Veracruz aufgenommen werden.
Und die Behörden? Oh ja. Sie sind sehr damit beschäftigt, Fotos ihrer Drohnen auf Twitter hochzuladen. Denn im digitalen Zeitalter geht es nicht darum, Verbrechen aufzuklären, sondern darum, die Operation schön aussehen zu lassen. Unterdessen fragen sich die Einwohner von Veracruz weiterhin, ob sie jemals auf die Straße gehen können, ohne dass dies als Extremsport gilt.
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