Ein Torwart, eine gebrochene Hand und eine denkwürdige Parade
Stellen Sie sich Folgendes vor: Ihr Debüt in der höchsten Spielklasse, die letzten Minuten, Ihr Team gewinnt mit minimalem Vorsprung … und Sie verletzen sich an der Hand. Es gibt keine Änderungen. Was machst du? Für Matheo Raab, Ersatztorwart von Union Berlin, war die Antwort klar: Zähne zusammenbeißen und weitermachen.
„Wir konnten keine weiteren Änderungen vornehmen und ich wollte die letzten paar Minuten irgendwie durchhalten. Es gibt nichts, was man tun kann, außer die Zähne zusammenzubeißen, den Handschuh irgendwie wieder anzuziehen und das durchzubringen“,
gestand der Torwart nach dem Spiel gegenüber DAZN.
Die Verletzung entstand bei einem Zusammenstoß beim Faustkampf. Aber das Unglaubliche kam später. Mit derselben verletzten rechten Hand stürzte sich Raab, um einen kraftvollen Schuss von Niklas Beste mit seinen Fingerknöcheln abzuwehren. Es war der Spielzug, der den 1:0-Sieg über Freiburg besiegelte.
Ein Sieg voller Opfer. Das Tor erzielte Jeong Woo-yeong ebenfalls in der Nachspielzeit. Die Verletzung von Starter Frederik Rønnow eröffnete Raab, der seit Juli darauf gewartet hatte, diese Chance.
„Ich habe so lange darauf gewartet und wollte nicht, dass es mir weggenommen wird“,
sagte er und führte seine Widerstandsfähigkeit auf reines Adrenalin zurück. Seine Einstellung bescherte Union drei entscheidende Punkte, um auf den neunten Platz zu klettern.
Stuttgart nutzt ein Geschenk und träumt von Champions
Während es in Berlin ein körperliches Drama gab, gab es in Stuttgart ein seelisches. Ein Patzer von Leipzigs Torhüter Maarten Vandevoordt brachte den Ball im eigenen Strafraum zu Chris Führich. Der Assist ging an Deniz Undav, der unversöhnlich ist.
Es war der 16. Saisontreffer des Stürmers. Nur Harry Kane übertrifft ihn in der Torschützenliste. Stuttgart hatte am Ende Glück, als Willi Orbans Kopfball den Pfosten traf.
Mit diesem 1:0-Sieg öffnet Stuttgart (Vierter) einen Vorsprung von drei Punkten auf Leipzig (Fünfter) im Kampf um das direkte Ticket in die Champions League. Sie haben fünf Dates hinter sich, ohne eine Niederlage zu erfahren.
Zusammenfassend: Ein Tag, an dem der Mut eines verletzten Debütanten und das unermüdliche Ziel eines Torschützen den Unterschied machten. Der deutsche Fußball enttäuscht nicht.




