Die Zahl steigt: Bei dem Hercules C-130-Unglück gibt es mittlerweile 69 Tote
Die kolumbianischen Behörden bestätigten am Dienstag, dass sich die Zahl der Opfer des Militärflugzeugunglücks in Puerto Leguízamo, Putumayo, auf 69 Tote und 57 Verletzte belief. Es handelt sich um einen der schwersten Unfälle der letzten Jahrzehnte im Land.
Ein Hercules C-130-Flugzeug der kolumbianischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte stürzte kurz nach dem Start ab. Es transportierte 126 uniformierte Mitarbeiter in eine andere Stadt im selben Amazonas-Departement.
Familien in Unsicherheit, eine Debatte, die wieder auftaucht
Während Verwandte wie Manuel López das Zentrale Militärkrankenhaus in Bogotá aufsuchten, um unter den Überlebenden nach ihren Angehörigen zu suchen, vermischten sich Fragen nach den Ursachen mit einer alten Beschwerde: dem Zustand der Luftflotte.
„Mögen wir weiterhin stark sein, denn für die Menschen, die ihre Kinder verloren haben, gibt es nichts, was wiedergutgemacht werden kann“, sagte Luz Huertas, Tante eines der Verletzten, gegenüber der Presse.
Präsident Gustavo Petro warf früheren Regierungen vor, „so alte“ Flugzeuge zu betreiben, und übte direkte Kritik:
„Eine Armee kann ihr Volk nicht einmal mit Junk-Geschenken verteidigen. Was für sie keinen Nutzen hat, wird uns gegeben, und das Geschenk ist teurer als der Kauf neuer“, sagte Petro im sozialen Netzwerk X.
Laut offiziellen Veröffentlichungen des US-Außenministeriums aus dem Jahr 2020 handelte es sich bei dem abgestürzten Flugzeug um eine Spende der Vereinigten Staaten im Rahmen eines Verteidigungsüberschussprogramms. Im Jahr 2021 meldete Kolumbien den Erhalt von zwei weiteren ähnlichen Flugzeugen.
Der ehemalige Präsident Iván Duque trat in den Vordergrund und verteidigte die während seiner Amtszeit erhaltene Spende. Er stellte fest, dass dieses Modell „weiterhin in 50 Ländern im Einsatz ist“ und forderte die Untersuchung von Faktoren wie dem Gewicht des Flugzeugs und der Größe der Landebahn.
Die örtlichen Behörden in Puerto Leguízamo haben bereits vor dem schlechten Zustand des Flughafens gewarnt, der für ein Gebiet ohne Landzugang von entscheidender Bedeutung ist. Unterdessen ermitteln das Militär und die Staatsanwaltschaft zu den Ursachen. Hinweise auf einen Angriff illegaler Gruppen liegen derzeit nicht vor.
Die letzte öffentlich gemeldete Wartung des Flugzeugs (Registrierung FAC 1016) stammt aus dem Jahr 2023 und umfasste strukturelle Demontage und Komponentenreparatur.




