Ein toter Hund, ein freier Teenager und eine einjährige Therapie
José „N“, ein Teenager, ist auf der Straße. Sein Fall: Er soll eine Schusswaffe aus einem Motorrad gezogen und auf einen kleinen Hund im Ejido Benito Juárez, Ahome, geschossen haben. Das Tier starb an den Folgen des Aufpralls.
Die Generalstaatsanwaltschaft erhob Anklage. Doch bei der ersten Anhörung genehmigte der Kontrollrichter eine Wiedergutmachungsvereinbarung. Juristische Übersetzung: bedingte Freigabe mit Auflagen.
Der Teenager wurde freigelassen und muss für einen Zeitraum von einem Jahr verschiedene Maßnahmen einhalten, darunter: einen Job haben, der beleidigten Person keine Unannehmlichkeiten bereiten und eine psychologische Therapie erhalten, die auf den Respekt vor Tieren ausgerichtet ist.
Ein Jahr psychologische Therapie, um einem Leben mit Kugeln ein Ende zu setzen. Das ist das Gewicht der Gerechtigkeit in diesem Fall extremer Tierquälerei.
Kurzer Systemspeicher
Die Nachbarn waren es, die den Vorfall der Stadtpolizei meldeten. Tiergruppen wie „La Manada de Thony Moyte“ forderten eine starke Hand. Die Staatsanwaltschaft öffnete die Akte und nahm ihn fest, damit er am Ende frei herumlaufen und einen Termin beim Psychologen vereinbaren konnte.
Die Gemeinde und Tierschützer haben ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht. Sie fordern strengere Maßnahmen. Aber der Präzedenzfall bleibt bestehen: Das Erschießen eines Hundes lässt sich mit therapeutischen Gesprächen und dem Versprechen, einen Job zu suchen, lösen.
Hier gab es keinen Gerichtshammer, sondern ein Skalpell, das vorschrieb, zu verstehen, wo Grausamkeit herrschte. Das System rehabilitiert lieber den Angreifer, als dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, das nicht mehr bellt.




