Ein Stuhlwechsel im italienischen Haus
Stefano Gabbana ist nicht mehr neben Domenico Dolce Präsident der Marke, die seinen Namen trägt. Die Nachricht, die erstmals von Bloomberg veröffentlicht wurde, wurde diesen Monat offiziell. Aber keine Sorge, er wird nicht ganz gehen: Er wird weiterhin für den kreativen Teil verantwortlich sein.
Das Unternehmen nannte es eine „natürliche Weiterentwicklung“ seiner Struktur. Es klingt wie der Unternehmenseuphemismus, den wir alle verwenden, wenn sich etwas ändert, aber wir wollen niemanden erschrecken.
Was ein wenig beängstigend sein könnte, sind die Zahlen. Bloomberg berichtete außerdem, dass das Unternehmen gerade dabei ist, Schulden in Höhe von rund 450 Millionen Euro zu refinanzieren. Die Kreditgeber würden bis zu 150 Millionen neue aufbringen. Auch der Verkauf von Immobilien und die Erneuerung von Lizenzen zur Liquiditätsbeschaffung ist im Gespräch.
Das Unternehmen wollte sich zu der Finanzangelegenheit nicht äußern und verwies auf „Gespräche mit Bankern“. Dieser Satz klingt immer so, als ob die Dinge ernst wären.
Und was passiert mit der Seele der Marke?
Für diejenigen, die einen radikalen Wandel befürchteten, brachte ein Branchenanalyst etwas Ruhe. Luca Solca von Bernstein sagte, er erwarte keine größeren Veränderungen, solange Gabbana in seiner kreativen Rolle bleibe.
Aber Solca hat auch eine interessante Information preisgegeben. Er erinnerte daran, dass Stefano „die Hauptursache“ für das Social-Media-Desaster war, das D&G vor einigen Jahren in China erlebte. Dieser Vorfall kostete sie 2018 eine abgesagte Parade in Shanghai.
„Wenn Stefano Gabbana gehen würde, könnte dies als (verspätete) Sühne für diesen Vorfall angesehen werden“, fügte Solca hinzu.
Was für eine Aussage. Es hört sich so an, als ob dieser administrative Schritt auch dazu dient, das Bild ein wenig aufzuräumen.
Unterdessen geht das Leben weiter. Stefano war bei der letzten Show im Februar anwesend, mit Madonna als Stargast. Die Marke ist nach wie vor der Maßstab für sizilianische Handwerkskunst, Korsetts und perfekte schwarze Kleider, die die 90er Jahre eroberten.
Sie haben sich vor zwei Jahrzehnten als Paar getrennt, haben aber weiterhin gemeinsam etwas geschaffen. Jetzt versuchen sie es mit einer anderen Arbeitsweise: einer weniger im Verwaltungsbereich, ein anderer (Alfonso Dolce, Domenicos Bruder) übernimmt die Präsidentschaft und Stefano konzentriert sich auf sein eigenes Ding: Design.
Ein weiteres Kapitel in der Saga einer Marke, die für ihr Aussehen ebenso berühmt ist wie für ihre Kontroversen. Mal sehen, wie sie mit den Konten umgehen … und mit der Kreativität.




