Ein Video, das tausend Reden wert war
In einer Wendung in der Handlung, die sich nicht einmal der kreativste Soap-Opera-Drehbuchautor hätte vorstellen können, musste Präsident Claudia Sheinbaum dank eines Videoclips von einer Korruptionshandlung erfahren. Ja, im Zeitalter der digitalen Transformation der vierten Transformation lautet die Star-Berichtsmethode weiterhin: „Sehen Sie, Chef, schauen Sie sich an, was sie mir auf WhatsApp geschickt haben.“ Der Inhalt, der peinlicher ist als ein Politiker, der verspricht, den Benzinpreis zu senken, zeigt, wie einige Elemente des Nationalen Migrationsinstituts (INM) das tun, was sie angeblich nicht tun: von einigen „Landsleuten“ Geld verlangen, die nur ihren Urlaub verbringen wollten, ohne dass die lebhafteste Erinnerung der Biss war. Sofort wurden die Agenten von ihrer Position getrennt. Denn was können Sie sonst noch tun, wenn Sie auf frischer Tat ertappt werden (oder in diesem Fall in der Tasche eines anderen)?
Die Regierungsmaschinerie wird in Gang gesetzt (nach dem Ansehen des Videos)
Der Präsident mobilisierte in einem Anfall postviraler Effizienz den Innenminister und den Leiter des INM selbst. Stellen Sie sich die Szene vor: eine Kaskade von Anrufen, als „dringend“ gekennzeichneten E-Mails und Notfallbesprechungen, alles ausgelöst durch eine MP4-Datei. Sheinbaum erklärte mit der Feierlichkeit eines Menschen, der eine wissenschaftliche Entdeckung verkündet: „Diese Leute wurden ihres Amtes enthoben und ein Ermittlungsverfahren begann.“ Ein Satz, der in die Bürgersprache übersetzt bedeutet: „Wir haben sie gefangen und jetzt werden wir sehen, was wir erfinden, um den Anschein zu erwecken, dass dies nicht jeden Tag passiert.“ Das Lustigste oder Tragischste daran ist die Betonung: „Es ist wichtig, dass dieser Fall bekannt wird.“ Bravo! Endlich eine Transparenz, die weh tut, auch wenn sie aus Nachlässigkeit gefilmt wurde.
Aber das Kronjuwel, die *Verschwörungswende*, mit der niemand gerechnet hatte, war die Ankündigung eines künftigen Plans zur Bekämpfung von Korruptionsbeschwerden. Nächstes Jahr? Wie aktuell. Es ist, als ob ein Koch nach dem Anbraten des Abendessens versprach, nächstes Jahr ein Rezeptbuch zu kaufen. Der Kampf gegen Unregelmäßigkeiten in den Institutionen der Regierung von Mexiko erfordert offenbar eine sorgfältige Agenda und nicht, ich weiß nicht, immer sofortiges Handeln. Die rhetorische Frage, die in der Luft schwebt, lautet: Wie viele Rohvideos werden benötigt, damit das Schema gestern fertig ist?
Im Grunde spiegelt diese Episode unsere Realität perfekt wider: Die Behörde reagiert schnell, wenn die Beweise öffentlich, unwiderlegbar und potenziell viral sind. Erpressung von Migranten oder Reisenden ist an bestimmten Kontrollpunkten ein alter Bekannter, eine „inoffizielle Steuer“, die viele für selbstverständlich halten. Dass der Präsident diese geringfügigen Sanktionen persönlich ankündigte, unterstreicht nur, wie außergewöhnlich es ist, dass jemand diesen Moment gefilmt hat, und nicht, wie üblich diese Praxis ist. Es ist, als würde man feiern, dass sie in einem Meer voller Fische einen Fisch gefangen haben, und gleichzeitig ankündigen, dass sie nächstes Jahr ein Fischernetz entwerfen werden.
Da haben Sie es also. Ein gelöster (oder gerade gelöster) Fall, ein vielversprechender Plan und eine Lektion in Staatsbürgerkunde: Wenn Sie Gerechtigkeit wollen, stellen Sie sicher, dass Sie über einen guten Mobilfunkempfang und Speicherplatz verfügen. Die wahre Politik der Transparenz und Rechenschaftspflicht scheint ironischerweise davon abzuhängen, dass die Bürger die Ermittlungsarbeit für sie erledigen. Ist das nicht wunderbar absurd?
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