Wachablösung bei Pemex: Mehr vom Gleichen oder Licht am Ende des Tunnels?
Claudia Sheinbaum verschwendet keine Zeit. Nur einen Tag nachdem S&P Pemex als „Risiko“ eingestuft hatte, kündigte der Präsident einen neuen Direktor an. Juan Carlos Carpio Fragoso, der Finanzmann, übernimmt das Ruder. Víctor Rodríguez besucht seine Kurse und das Institut für saubere Energie. Schöner Schachzug, aber die Frage, die in der Luft hängt, ist: Reicht es aus, den Namen an der Tür zu ändern?
„Seine Kapitalstruktur ist aufgrund der geringen Liquidität und des hohen Verschuldungsgrads nicht nachhaltig“
Das sagt S&P. Und es ist kein Flurklatsch. Es ist das krasse Röntgenbild eines Unternehmens, das 84,5 Milliarden Dollar Schulden hat. Ja, das hast du richtig gelesen. Fast die Hälfte des Ausgabenbudgets für ein ganzes Jahr. Die gute Nachricht ist, dass es im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 % gesunken ist. Die schlechte Nachricht: Der Rückgang ging nur einher, weil das Finanzministerium 22.647 Millionen US-Dollar für den Rückkauf von Schulden und vorkapitalisierten Schuldverschreibungen bereitgestellt hat. Mit anderen Worten: Die Regierung bezahlt ihren eigenen Lebensunterhalt.
Die Produktion beträgt rund 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Das hat nichts mit den glorreichen Jahren zu tun, als Pemex bis zu 40 % des Bundeshaushalts beisteuerte. Heute erreicht sie gerade einmal 15 %. Und Sheinbaum versprach einen „Sparplan“, um durch Kostensenkungen und die Schließung von Tochtergesellschaften 2,5 Milliarden US-Dollar einzusparen. Es hört sich nett an, aber die Geschichte hat uns gelehrt, dass Sparankündigungen bei Pemex normalerweise eine Weile dauern.
Carpio Fragoso kennt die Zahlen. Es kommt aus dem Finanzbereich. Vielleicht ist es genau das, was der Ölkonzern braucht: jemanden, der weiß, wie man addiert und subtrahiert, und nicht nur Reden hält. Aber Skepsis ist gesund, wenn wir über ein Unternehmen sprechen, das seit Jahrzehnten der Boxsack der mexikanischen Politik ist.
Die Wahrheit ist, dass die Aussichten nicht einfach aussehen. Auch S&P senkte seinen Ausblick für Mexiko aufgrund des langsamen Wachstums und der gestiegenen Staatsverschuldung. Alles ist miteinander verbunden. Und solange es Pemex nicht gelingt, mehr zu produzieren und weniger auszugeben, werden die Veränderungen in der Geschäftsführung genau das sein: Namensänderungen in einem Organigramm, die einer größeren Operation bedürfen.




