Ein Akt in Guelatao mit Anklängen an Souveränität und Vermächtnis
Schauplatz war die Esplanade von Guelatao, Oaxaca. Dort gedachte Präsidentin Claudia Sheinbaum nicht nur des 220. Geburtstages von Benito Juárez. Er unterzeichnete ein Dekret, das die offizielle Geschichte veränderte.
Margarita Maza Parada, Ehefrau von Benemérito, wurde als erste historische Botschafterin der mexikanischen Republik anerkannt. Eine Geste, um die Rolle der Frau beim Aufbau des Staates neu zu definieren.
Die Rede: Juárez als aktuelle politische Flagge
Sheinbaum verband die Vergangenheit direkt mit seinem Regierungsprojekt. „Juárez lebt in der vierten Transformation“, erklärte er der Gemeinde. Er sagte, sein Geist liege im Kampf gegen Privilegien und diejenigen, die glauben, über dem Gesetz zu stehen.
„Juárez lebt in jeder öffentlichen Schule, er lebt in jedem Akt der Gerechtigkeit, er lebt in jeder Gemeinschaft, die ihre Würde verteidigt“, sagte der Präsident.
Der Bezug auf die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten war entscheidend. Er erinnerte an das Juarista-Prinzip: „Souveränität wird nicht ausgehandelt“. Eine klare Botschaft in einem komplexen geopolitischen Kontext.
Sheinbaum nutzte die Gelegenheit auch zu einer verschleierten Kritik. Er sagte, dass Juárez‘ Lehren „die Konservativen weiterhin verärgern“. Eine Linie, die das aktuelle politische Schlachtfeld zeichnet.
Mehr als Worte: Symbole und konkrete Gesten
Die Veranstaltung blieb nicht bei Reden. In Guelatao wurde eine Statue von Margarita Maza enthüllt. Ihm zu Ehren wurden auch ein Lottoschein und eine Briefmarke überreicht.
Der Präsident bezeichnete Maza als „eine Frau mit Prinzipien“ und „unsere außergewöhnlichste Botschafterin“. Er belebte das Exil, mit dem sie wegen der Sache der Juarista konfrontiert war, wieder und präsentierte sie als eigenständige politische Figur.
Gouverneur Salomón Jara Cruz bekräftigte die Botschaft. Er sagte, dass die Menschen „den Wandel“ unterstützen und „die Gemeinheiten derer, die an der Vergangenheit festhalten“ ablehnen. Das Drehbuch war klar: Das ist das moderne Mexiko gegen das alte Regime.
Der Meisterzug: Sheinbaum verknüpfte das indigene Erbe. Er erinnerte daran, dass Juárez Präsident des Obersten Gerichtshofs war und betonte, dass heute ein indigener Mensch, Hugo Aguilar, diese Position innehabe. Er verband Geschichte mit aktueller Darstellung.
Letztendlich war die Veranstaltung in Guelatao weit mehr als eine Gedenkfeier. Es war ein politisches Manifest. Sie nutzten Juárez und Maza, um ein nationales Projekt zu rechtfertigen und im Ausland rote Linien zu markieren. In der Politik wählen sogar die Toten.




