Die Verpflichtung, die Worte und die Zahlen, die nicht stimmen
Nachdem die Kritik aus Familienkreisen zugenommen hatte, meldete sich Claudia Sheinbaum. Seine Botschaft im Nationalpalast war klar und wiederholt: Die Pflicht des Staates besteht darin, eine Durchsuchung durchzuführen. „Wir haben unsere Arbeit nie geleugnet“, betonte er. Ein offizielles Mantra gegen den Schmerz, der nicht aufhört.
Das Versprechen besteht darin, weiterhin die Suche vor Ort zu unterstützen und die Gruppen zu begleiten. „Es gibt Aufmerksamkeit für alle“, versicherte er. Die erklärte Verpflichtung besteht darin, die Kriminalität auszurotten, insbesondere die Kriminalität, die mit dem großen namenlosen Monster in Verbindung steht, das wir alle kennen.
„Unsere Pflicht ist es, die Suche fortzusetzen. Wir haben unsere Arbeit und die Verpflichtung des mexikanischen Staates und der Regierung in dieser Hinsicht nie geleugnet.“
Aber hier kommt die klassische Kontrastübung. Während von unerfüllbaren Verpflichtungen die Rede ist, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Letzten Freitag veröffentlichte das Exekutivsekretariat des Nationalen Öffentlichen Sicherheitssystems selbst eine erschreckende Zahl: 132.534 vermisste Personen seit 2006.
Und das Detail, das die Rhetorik zu etwas Fragilem macht: Nur 33% dieser Fälle, etwa 43.000, verfügen über ausreichende Daten, um durchsucht zu werden. Der Rest sind Geister in einem bürokratischen Schwebezustand.
Sheinbaum erwähnte die Zusammenarbeit mit Staatsanwälten, um eine „Zögerlichkeit“ bei der schnellen Einleitung von Ermittlungen zu vermeiden. Er gibt zu, dass er manchmal 48 oder sogar 72 Stunden wartet. In einem Land, in dem die ersten Stunden entscheidend sind, klingt das eher nach einem Geständnis als nach einer Leistung.
Die Erinnerung an dieses Thema ist lang. In jeder Regierung herrscht derselbe Diskurs über „Verpflichtung“ und „Engagement“. Die Gruppen hören heute die gleichen Worte, die sie schon seit Jahren gehört haben, während die Gräber wachsen und die Akten verstauben.
Die eigentliche Pressekonferenz lag nicht in seinen Aussagen, sondern in dieser Zahl: 132.534. Und in dieser anderen Zahl: 33 %. Das sind die Fragen, die im Adolfo-López-Mateos-Saal noch immer in der Luft schweben. Die Antworten erscheinen, wie bei fast hunderttausend Menschen, immer noch nicht.




