Neues Gesetz oder altes Versäumnis?
Olga Sosa, Senatorin aus Morena, stellte eine Initiative vor, die die Rekrutierung von Minderjährigen für die organisierte Kriminalität gezielt bestrafen soll. Sein zentrales Argument ist, dass das geltende Bundesstrafgesetzbuch dieses Phänomen nicht ausdrücklich einordnet.
Mit dem Vorschlag soll Artikel 11 Bis um einen neuen Absatz zur Definition des Verbrechens ergänzt werden. Sie schlägt außerdem vor, die Strafen zu verschärfen, wenn das Verhalten wiederholt oder grenzüberschreitend ist oder kriminelle Organisationen beteiligt sind.
„Diese Minderjährigen sollten keine Grenzen mit Betäubungsmitteln überschreiten, sondern vielmehr Klassenzimmer, Parks und Gelegenheitsräume durchqueren“, erklärte Sosa.
Das Interessante daran ist, dass dieses rechtliche Versäumnis laut dem Senator perverse Auswirkungen hatte. Kinder, die als Maultiere eingesetzt werden, werden letztendlich als Kriminelle und nicht als Opfer von Ausbeutung behandelt.
Der Kreislauf der Ausbeutung
Sosa erwähnte dokumentierte Fälle von im Ausland inhaftierten Minderjährigen, die von denselben Netzwerken zurückgeführt und wieder gefangen genommen wurden. Ein Kreislauf des Missbrauchs, der seiner Meinung nach eine differenzierte kriminelle Reaktion erfordert.
Die Initiative würde auch das Allgemeine Gesetz über die Rechte von Mädchen, Jungen und Jugendlichen ändern. Ziel ist es, diese Rekrutierung als spezifische Form von Gewalt und krimineller Ausbeutung anzuerkennen.
„Kinder haben Rechte und wir müssen Gesetze erlassen, um ihre Verwirklichung zu gewährleisten“, schloss er.
Und natürlich durfte es nicht fehlen. Der Senator bekräftigte, dass diese Reform „im Einklang mit der Verpflichtung der Vierten Transformation steht“. Denn in Mexiko könne es ihrer Meinung nach keine Straflosigkeit für diejenigen geben, die Kinder misshandeln.
Man fragt sich: Wenn es so dringend und offensichtlich ist, warum ist dann ein neues Gesetz nötig? Was haben die Strafgesetzbücher all die Jahre gemacht? Das Gedächtnis ist fragil, juristische Aufzeichnungen jedoch nicht.




