Tadej Pogacar fügte seinen fünften Tour-de-France-Titel hinzu, indem er in Paris das Podium erreichte und damit Eddy Merckx, Miguel Indurain, Jacques Anquetil und Bernard Hinault gleichzog. Der 27-jährige Slowene kam 6 Minuten und 26 Sekunden vor dem Belgier Remco Evenepoel, einem Zeitfahrspezialisten, ins Ziel.
Der Sturz, der das Rennen prägte
Pogacars großer Rivale Jonas Vingegaard schied nach einem Sturz auf der 15. Etappe aus. Der Däne, Sieger von 2022 und 2023, konnte seine Leistung, Pogacar wie 2023 um mehr als sieben Minuten zu schlagen, nicht wiederholen. Seitdem hat Pogacar drei Rundfahrten in Folge gewonnen. Dank des Sieges seiner Mannschaft beim ersten Zeitfahren in Barcelona gelang es Vingegaard nur kurz, das Gelbe Trikot zu tragen.
Pogacar gewann in dieser Ausgabe fünf Etappen und hat insgesamt 26. Er braucht noch 10, um den Rekord von Mark Cavendish (35) zu brechen. Dies könnte in zwei Jahren erreicht werden, da das Maximum in einer einzigen Auflage bei sechs liegt (2024).
Kann ihn jemand herausfordern?
Der 29-jährige Vingegaard hat noch Zeit, aber er muss bei den großen Anstiegen sein Niveau wiedererlangen. Der 19-jährige Franzose Paul Seixas wurde bei seinem Debüt Vierter und weckt Hoffnungen im Land, 41 Jahre nach Hinaults letztem Triumph. Lenny Martínez (23) wurde Fünfter, obwohl er in Alpe d’Huez eine Chance verpasste. Der Ecuadorianer Richard Carapaz (33) gewann zwei Etappen, lag in der Gesamtwertung aber 20 Minuten zurück.
Nur Evenepoel (26) scheint Optionen zu haben. Er gewann die 15. Etappe nach dem Sturz von Vingegaard und kann Pogacar im Zeitfahren schlagen, muss sich aber in den Bergen verbessern. Sein Red Bull-Bora-Hansgrohe-Team hat finanzielle Unterstützung. Dritter wurde derweil der Mexikaner Isaac Del Toro (22), allerdings als Teamkollege von Pogacar im UAE-Team Emirates.
Anti-Doping-Kontrollen und Kontroversen
Pogacar und Vingegaard wurden um 5 bzw. 2 Uhr morgens unangekündigten Kontrollen unterzogen. Evenepoel nannte den Zeitplan „sehr respektlos“. Pogacar schlug vor, dass Müdigkeit eine Rolle bei Vingegaards Sturz gespielt haben könnte, obwohl er einräumte, dass stichprobenartige Tests die Transparenz verbessern. Der Internationale Radsportverband beauftragte die International Testing Agency mit den Kontrollen, die dafür sorgten, dass die korrekten Verfahren eingehalten wurden.
Chris Froome, Gewinner von vier Rundfahrten, unterstützte die morgendlichen Tests: „Unsere Türen müssen immer offen sein, egal wie ungemütlich es sein mag, um Vertrauen zu schaffen.“ Der Schatten des Armstrong-Skandals ist immer noch präsent und der Radsport versucht, Zweifel auszuräumen.




