Die Ruhe war nur Rauch
Der Waffenstillstand in der Straße von Hormus schien eine Fata Morgana zu sein. Und nun machte Washington seinen Schritt: Es versuchte, die Wiederöffnung der Passage für Handelsschiffe zu erzwingen. Das Ergebnis? Die Vereinigten Arabischen Emirate melden Raketen und Drohnen, die angeblich aus dem Iran stammten. Die Spannung stieg um mehrere Grad.
„Die Situation in der Meerenge könnte eine neue Gleichung ergeben, wenn der Druck von außen anhält“ – Mohammad Bagher Qalibaf, Sprecher des iranischen Parlaments.
Zwei Versionen, eine kaputte Realität
Auf amerikanischer Seite versichert die Armee, dass zwei Schiffe unter US-Flagge im Rahmen der Operation „Project Freedom“ problemlos die Meerenge überquert hätten. Sie sagen, sie hätten kleine iranische Boote versenkt, die eine Bedrohung darstellten. Doch in Teheran bestreiten staatliche Medien alles: Sie behaupten, Zivilisten seien beim Aufprall auf Frachtschiffe gestorben.
Wem soll man glauben? Schwierig. Konkret ist jedoch, dass der globale Ölhandel den Schlag bereits zu spüren bekommt. Die Straße von Hormus ist der Energieengpass des Planeten.
Indien und die Emirate, in der Schusslinie
Die Vereinigten Arabischen Emirate melden nicht nur Angriffe, sondern auch Schäden an Ölanlagen. Und der indische Premierminister Narendra Modi verurteilte alles und forderte Garantien für die Schifffahrt. Die indirekten Verhandlungen zwischen Iran und den USA schreiten voran, allerdings nur im Schneckentempo.
„Beide Länder müssen eine Eskalation vermeiden, die sie wieder in einen offenen Konflikt hineinziehen würde“ – Abbas Araghchi, iranischer Außenminister.
Provokation oder Verteidigung?
Das US-Militär intensiviert seine Operationen in der Region und schützt seine Schiffe. Der Iran interpretiert es als direkte Provokation. Und inzwischen fragen sich Familien in der Region, ob es noch einmal so weit kommen wird. Denn wenn Öltanks wackeln, sind die Folgen überall spürbar.




