Die Hitzewelle, die Frankreich Ende Juni heimsuchte, forderte tragische Folgen. Nach Angaben von Public Health France stiegen die Todesfälle in der heißesten Woche um fast ein Drittel, mit mindestens 2.000 Todesfällen mehr als in der Vorwoche.
Vorläufige und überarbeitete Zahlen
Die Behörde meldete zwischen dem 22. und 28. Juni 8.973 Todesfälle, 29 % mehr als die 6.948 zwischen dem 15. und 21. Juni. Der Unterschied von 2.025 Todesfällen wird auf extreme Hitze zurückgeführt. Diese Zahl verdoppelt die ursprüngliche Schätzung von 1.000 zusätzlichen Todesfällen.
Public Health France warnte davor, dass die Zahlen unvollständig seien und dass die tatsächliche Sterblichkeit höher sein werde.
Auswirkungen auf Krankenhäuser und Gemeinden
Dr. Nicolás Gonzales, Leiter der Notaufnahme am Paris-Saclay-Krankenhaus, sagte gegenüber The Associated Press:
„Am 20. Juni begannen die ersten Patienten mit Hitzeeinwirkung. Wir behandelten Fälle von Herzinfarkt, Dehydrierung und Nierenversagen, von Kindern bis hin zu älteren Menschen, die allein lebten.“
Die Zahl der Todesfälle in Privathäusern stieg im Vergleich zur Vorwoche um 91 %. In Pflegeheimen stiegen sie um 37 %, in Krankenhäusern um fast 20 %. Mit einem Anstieg von 63 % war die Region Paris am stärksten betroffen.
Überlastung bei Bestattungsdiensten
In Paris berichteten Bestattungsunternehmen über Schwierigkeiten bei der Lagerung von Leichen vor der Beerdigung oder Einäscherung. Mehrere Leichenschauhäuser waren an ihre Grenzen gestoßen und lehnten Leichen ab.
Frankreich verzeichnete zwischen dem 22. und 28. Juni seine heißesten Tage in der Geschichte, mit Tages- und Nachtrekorden an mehreren Orten. Die Welle betraf auch andere europäische Länder.
Die Gesundheitsbehörden beobachten die Situation weiterhin und warten auf endgültige Daten.




