Das Drama um den fehlenden Brief
Politik spielt sich manchmal bis ins kleinste Detail ab. Und Junge, hat dieses Detail Staub aufgewirbelt? Morena, die regierende Partei, ging auf die Halsschlagader von Isabel Díaz Ayuso, Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, los, weil sie bei ihrem Besuch im Land die Schreibweise „Mexiko“ verwendet hatte.
Fernández Noroña hielt sich nicht zurück. Der Morenista-Senator empfahl der Spanierin, einen Rechtschreibkurs oder, noch besser, „Grundkenntnisse des Anstands“ zu belegen. Ihre Forderung war klar: Respektieren Sie den offiziellen Namen, Mexiko oder die Vereinigten Mexikanischen Staaten. César Cravioto, Regierungssekretär des CDMX, folgte diesem Beispiel: „Mexiko wird mit einem X geschrieben“, erklärte er und beschrieb den Fehler als mangelnde Kultur.
„Lassen Sie ihn einen Kurs in Rechtschreibung oder grundlegendem Anstand belegen“, sagte Fernández Noroña.
Ein einfacher Fehler oder eine Strategie?
Hinter der Empörung steckt ein tieferes Spiel. Citlalli Hernández, Vorsitzender von Morena, ging noch weiter: Er warf der Opposition vor, Legitimität bei ausländischen Persönlichkeiten wie Ayuso zu suchen, dem er vorwarf, eine Agenda zu vertreten, die der Vielfalt des Landes fremd sei.
Unterdessen war Ayusos Besuch kein reiner Konflikt. Er traf sich mit der Bürgermeisterin von Cuauhtémoc, Alessandra Rojo de la Vega, und sie unterzeichneten einen Freundschaftsbrief, um Investitionen anzulocken. Doch der Schatten seiner früheren Äußerungen – in denen er Mexiko als „Drogenstaat“ bezeichnete – lastete weiterhin auf ihm.
Der kulturelle und politische Konflikt wird bedient. Ein Rechtschreibfehler, der für Morena viel mehr verrät als ein Rechtschreibfehler: Er ist ein Symptom einer Position, die das Land nicht respektiert. Die Frage bleibt offen: War es ein einfacher Ausrutscher oder eine kalkulierte Geste?




