Das Korruptionsnetzwerk im mexikanischen Zoll betrifft nun auch das Verteidigungsministerium. Die Zeitung Reforma enthüllte, dass die Generalstaatsanwaltschaft drei Angehörige der Armee wegen ihrer angeblichen Beteiligung am Verkauf von 144 Millionen Litern Treibstoff beim Zoll in Matamoros, Tamaulipas, verhaften will.
Die Soldaten sind auf der Flucht. Sie sind Teil einer Liste von 13 Personen – darunter Soldaten, Matrosen und Geschäftsleute – mit Haftbefehlen. Sieben wurden bereits festgenommen.
Der Bezeichnete
Bei den Angeklagten mit militärischem Rang handelt es sich um Oberstleutnant Armando Barrera Trujillo und Blas Pedro Sarabia García, die zwischen 2024 und 2026 Zollchefs waren, sowie um Leutnant der Militärpolizei Jorge García García, ehemaliger stellvertretender Leiter der Zolloperationen. Barrera und Sarabia haben gegen die Sperrung ihrer Bankkonten einstweilige Verfügungen eingereicht.
Angeführt wurde die Verschwörung von Armando III. Riestra Fernández, dem Besitzer der Servicios Aduanales JR, der seit Januar 2026 im Altiplano-Gefängnis inhaftiert ist. Sein Unternehmen bearbeitete Genehmigungen für den Import von 144 Millionen Litern Treibstoff, der als Calciumchloridlösung versteckt war. Die Importeure waren Jumandi Group und Ferroservicios.
„Diese kriminelle Organisation unterhält ein Korruptionsnetzwerk, zu dem auch Mitarbeiter der Streitkräfte gehören, wie der frühere Zollchef von Matamoros, Armando Barrera Trujillo, Oberstleutnant von Sedena … und der derzeitige Chef, Blas Pedro Sarabia García“, zitiert Reforma im Haftbefehl.
Der Hintergrund des Falles
Ein Teil des Treibstoffs wurde geschmuggelt, nachdem das Challenge Procyon-Schiff beim Zoll in Tampico beschlagnahmt worden war. Das Schiff deklarierte Zusatzstoffe, transportierte jedoch Kohlenwasserstoffe. Diese Entdeckung deckte ein breiteres Netzwerk auf: Von Juni 2023 bis März 2025 wurden in mexikanischen Häfen mindestens 69 illegale Operationen mit 564 Millionen Litern illegalem Treibstoff koordiniert.
Die Kontrolle des Zolls ging Mitte 2020 in militärische Hände über. Der frühere Präsident Andrés Manuel López Obrador begründete die Maßnahme mit militärischer Ehrlichkeit und Effizienz. Aufeinanderfolgende Korruptionsskandale haben diese Prämisse in Frage gestellt.




