Ein Podium, das nach Schießpulver (und Ironie) riecht
Herzlichen Glückwunsch, Mexiko! Dritter Platz im Organized Crime Index der Weltbank, nur übertroffen von Myanmar und Kolumbien. Eine Leistung? Nun, es kommt darauf an: Wenn das Ziel darin bestand, das Gebiet in einen Katalog illegaler Märkte zu verwandeln, wäre die Mission erfüllt. Im Bericht heißt es, dass das Land an 13 von 15 kriminellen Aktivitäten beteiligt ist und damit Brasilien und Kolumbien (mit jeweils 8) hinter sich lässt. Komm schon, selbst im Kriminalitätsbereich gibt es einen harten Wettbewerb.
„Premium“-Dienste, die die Regierung nicht anbietet
Das Komischste – wenn Sie schwarzen Humor mögen – ist, wie kriminelle Organisationen ihre kriminelle Führung perfektioniert haben. Sie geben sich nicht damit zufrieden, Erpressung und Drogenhandel zu kontrollieren, sondern bieten jetzt Sicherheit, Gerechtigkeit und verteilen sogar Lebensmittel. Wer braucht den Staat, wenn es ein Kartell gibt, das Steuern eintreibt, aber zumindest keine Rechnung verlangt? Die Weltbank beschreibt es mit einer Ernsthaftigkeit, die einem Unternehmerhandbuch würdig ist: „Sie erbringen Dienstleistungen für die Gemeinschaft und ersetzen die Regierung.“ Natürlich mit dem Kleingedruckten: *Dienstleistung unterliegt gelegentlichen Schießereien*.
Apropos Gewalt: Der Bericht weist darauf hin, dass die Covid-19-Pandemie wie ein Rabattgutschein für die Unterwelt war. Während Sie in Quarantäne waren, haben sich kriminelle Gruppen neu erfunden: „Sie erlangten Legitimität, indem sie soziale Unterstützung leisteten.“ Komm schon, sie haben sogar antibakterielles Gel verteilt … wahrscheinlich gestohlen. Bewegt es sich nicht? Selbst in Krisen zeigt die organisierte Kriminalität eine größere Resilienz als das lateinamerikanische BIP.
Kolumbien und Mexiko teilen sich eine Medaille in einem anderen Bereich: der Staatseroberung. Denn warum sollte man die Regierung infiltrieren, wenn man sie in Teilen kaufen kann? Die Weltbank warnt davor, dass staatliche Akteure – vom Bürgermeister bis zum Polizisten – so manipulierbar sind wie eine Marionette in den Händen eines hyperaktiven Kindes. Das erklärt, warum einige ländliche Gebiete wie Szenen aus Breaking Bad aussehen, aber mit schlechteren Internetverbindungen.
Und die Lösung? Na ja…
Der Bericht legt nahe, dass Regierungsstrategien – wie etwa Drogenbeschlagnahmungen – die Gewalt manchmal verschlimmern. Was für eine Überraschung. Zwischen 2006 und 2009 wurde Mexiko dadurch zum Schlachtfeld, während Kolumbien Kokain- und Drogendramen exportierte. Heute liegt das Land bei der Viktimisierungsrate an der Spitze. Trostpreis? Venezuela und Argentinien komplettieren das Podium. Zumindest in etwas sind wir konsequent.
Jetzt wissen Sie es also: Wenn Sie auf der Suche nach Sicherheit sind, sollten Sie vielleicht nach Grönland ziehen. Wenn Sie das lateinamerikanische „All-Inclusive“ bevorzugen, können Sie jederzeit die Dienste Ihres örtlichen Kartells in Anspruch nehmen. Stellen Sie sicher, dass das Paket kein verirrtes Geschoss enthält.
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