Der „große Anti-Korruptions-Coup“, der nach Benzin riecht
Im September letzten Jahres ging die Regierung von Claudia Sheinbaum mit großem Tamtam in Druck. Sie kündigten den ihrer Meinung nach größten Schlag gegen die Korruption ihrer Regierung an. Das Ziel: ein Netzwerk, das sich dem illegalen Treibstoffhandel widmet.
Die Millionen-Dollar-Frage ist immer dieselbe: Wie funktionierte dieses Netzwerk? Laut der offiziellen Version des Sicherheitsministers Omar García Harfuch war der Plan in seiner Kühnheit einfach. Dadurch konnten Hunderte Millionen Liter Benzin ins Land gelangen, ohne einen einzigen Peso an Steuern zu zahlen.
„…ein Plan, der die illegale Einführung von Hunderten Millionen Litern Benzin ermöglicht hätte, ohne Steuern zu zahlen…“, verriet García Harfuch.
Der steuerliche Schaden sei vorerst unkalkulierbar. Was berechnet wird, ist das Verteilungsplakat: hochrangige Matrosen, Zöllner und Geschäftsleute. Der klassische Dreiklang des Schmuggels mit institutionellem Patent.
Hier kommt mein Zynismus zum Tragen, der durch das jahrelange Ansehen dieser Drehbücher genährt wurde. Ein „großer Coup“, der mit all dem offiziellen Tamtam angekündigt wurde. Wie oft haben wir diesen Film gesehen? Die spektakuläre Verhaftung, die Schlagzeilen, das Foto des Tages … und dann das Schweigen der Justiz, das alles auslöscht.
Das Gedächtnis ist kurz, aber die Präzedenzfälle sind lang. Wenn die Institutionen, die die Grenze schützen sollten, diejenigen sind, die sie verletzen, ist das Problem nicht ein einziger fauler Apfel. Es ist der vollständige Baum.
Sheinbaum präsentiert dies als Triumph seines Kampfes gegen Korruption. Ich betrachte es als das Endsymptom eines Systems, in dem diejenigen, die in Uniform unterwegs sind, mit dem umgehen, was sie zu schützen geschworen haben. Die Ironie wäre komisch, wenn es uns allen nicht so am Herzen liegen würde.
Auch das Timing ist immer merkwürdig. Eine Ankündigung wie diese im September… Erinnert sich irgendjemand daran, was damals sonst noch auf der politischen Tagesordnung stand? Aber das ist bereits Gegenstand einer weiteren Untersuchung.




