Das Warten hat in Chicago ein Ende
Nach sechs Jahren, die den Fans wie eine Ewigkeit vorkamen, wagten die Bulls endlich einen Schritt. An diesem Montag entließ das Franchise Vizepräsident Arturas Karnisovas und General Manager Marc Eversley. Ein Kreislauf, der nur zu einem miserablen Playoff-Auftritt geführt hat, ist geschlossen.
Während seiner Amtszeit standen 224 Siegen 254 Niederlagen gegenüber. Dieses Jahr belegen sie im Osten den 12. Platz mit einer Bilanz von 29-49. Es wird das vierte Jahr in Folge sein, die Playoffs von zu Hause aus zu verfolgen.
„Ich möchte, dass unsere Fans wissen, dass ich sie höre und ihre Frustration verstehe. Das spüre ich auch“, sagte Michael Reinsdorf, Präsident der Bulls.
Der Manager gab zu, was wir alle sahen: Das Projekt hat nicht funktioniert. In seiner Erklärung versprach er, „die notwendigen Schritte zu unternehmen“, um ein wettbewerbsfähiges Team aufzubauen. Worte, auf die Fans seit Jahren gewartet haben.
Der Wendepunkt kam spät
Das eigentliche Zeichen der Veränderung kam im Februar, als die Bulls vor Ablauf der Transferfrist einen Großteil des Kaders abbauten. Nikola Vucevic, Kevin Huerter, Coby White und Ayo Dosunmu wechselten alle zu anderen Teams.
Sie behielten Matas Buzelis und Josh Giddey als Bausteine, auf denen sie aufbauen konnten. Und sie haben endlich Gehaltsspielraum, um sich auf dem Markt zu bewegen.
„Wir wollen nicht in der Mitte stehen“, hatte Karnisovas im Februar gesagt. „Ich denke, das haben wir in den letzten vier Jahren gesehen und das wollen wir ändern.“
Das Problem ist, dass diese Mittelmäßigkeit zu lange anhielt. Seit seiner Ankunft aus Denver im Jahr 2020 bestand Karnisovas auf Geduld, während das Franchise stagnierte. Ihre Zurückhaltung gegenüber einem kompletten Neuaufbau frustrierte eine erfolgshungrige Fangemeinde.
Der einzige Höhepunkt kam in der Saison 2021/22: Sechster im Osten (46-36) und Ausscheiden in der ersten Runde gegen Milwaukee. Dann stürzten Verletzungen – insbesondere die von Lonzo Ball – und das Fehlen eines prägenden Franchise-Spielers das Team in den Ruin.
Nun bleibt abzuwarten, was mit Billy Donovan passiert. Die Zukunft des Trainers ist nach diesen Veränderungen ungewiss. Klar ist nur, dass Chicago bei Null anfängt. Wieder.




