Der Mythos der Diabetikerverurteilung
Gesundheitsminister David Kershenobich sprach sich gegen einen gefährlichen Glauben aus. Mitten in der Vormittagskonferenz widerlegte er die Vorstellung, dass die Diagnose Diabetes eine direkte Eintrittskarte für schwerwiegende Komplikationen sei.
„Es ist ein Mythos zu glauben, dass jede Person, bei der Diabetes diagnostiziert wird, zwangsläufig mit Nierenschäden, Blindheit, Amputationen oder hohem Blutdruck konfrontiert sein wird“, sagte der Beamte.
Seine Botschaft war klar: Es handelt sich nicht um einen Todesfall. Durch frühzeitige Erkennung und eine Änderung der Gewohnheiten kann die Erkrankung verzögert oder sogar vermieden werden. Das Leben kann relativ normal weitergehen.
Wo liegt das wirkliche Risiko?
Kerschenobich konzentrierte sich auf die Familiengeschichte. Da ist der Schlüssel. Wenn ein direktes Familienmitglied an dieser Erkrankung leidet, vervielfacht sich das Risiko um das Zwei- bis Dreifache. Bei zwei nahen Verwandten wird bis zu sechsmal geschossen.
Aber es ist nicht nur genetisch bedingt. Die gemeinsame Umgebung – die Familienküche voller hochverarbeiteter Lebensmittel und das sesshafte Leben – ist mitschuldig. Der Aufruf richtete sich direkt an Väter und Mütter mit Diabetes: Ihre aktive Verantwortung für die Ernährung und Bewegung ihrer Kinder ist von entscheidender Bedeutung.
Die Liste der Faktoren ist bekannt, wird aber nicht weniger ignoriert: hoher Nüchternglukosespiegel, überschüssiges Bauchfett, kalorienreiche Ernährung, chronischer Stress und schlechter Schlaf. Die gute Nachricht: Durch frühzeitiges Eingreifen kann das Risiko um 40 bis 60 % gesenkt werden.
Für Frauen gab es eine besondere Warnung. Schwangerschaftsdiabetes ist ein brutales Warnzeichen: Er erhöht das zukünftige Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken, um das Sieben- bis Zehnfache. Und dieser Hintergrund belastet auch die Kinder.
Das Schlusswort der Sekretärin klang eher wie ein Vorwurf denn wie eine Schlussfolgerung:
„Jeder Fall ohne Nachverfolgung stellt eine verpasste Chance zur Vorbeugung dar.“
Das ist der Knackpunkt. Das Gesundheitssystem kommt weiterhin zu spät und behandelt Komplikationen, anstatt Stützmauern zu errichten. Die Präventionskultur hört sich bei einer Pressekonferenz gut an. Zu sehen, wie es in Büros und Privathäusern zum Tragen kommt, ist eine andere Geschichte.




