Kanada hat ein Gesetz eingeführt, das Minderjährigen unter 16 Jahren den Besitz von Social-Media-Konten verbieten könnte, es sei denn, Unternehmen weisen nach, dass ihre Plattformen sicher sind. Die Initiative ist Teil einer weltweiten Initiative zur Stärkung des Kinderschutzes im digitalen Umfeld.
Wichtige Maßnahmen und neue Regulierungsbehörde
Die Regierung wird die Canadian Digital Security Commission einrichten, eine Regulierungsbehörde, die die Kriterien für die Gewährung von Ausnahmen festlegen wird. Kulturminister Marc Miller sagte, der Prozess könne bis zu 18 Monate dauern.
„Wir lassen unsere Kinder im Stich. Genug ist genug. Wir brauchen grundlegende Schutzmaßnahmen“, erklärte Miller.
Das Gesetz deckt sieben Arten schädlicher Inhalte ab, darunter solche, die Selbstverletzung hervorrufen, zu Gewalt aufstacheln, Hass fördern oder intime Bilder ohne Zustimmung verbreiten. Für Plattformen mit Inhalten für Erwachsene besteht kein Anspruch auf Ausnahmen.
Auch Chatbots mit künstlicher Intelligenz werden reguliert, die Kriseninterventionsprotokolle implementieren müssen.
Internationale Auswirkungen und Reaktionen
Kanada folgt Australien, wo Unternehmen bereits den Zugriff auf rund 4,7 Millionen Konten, die als Minderjährige identifiziert wurden, widerrufen haben, da deren Nutzung für Personen unter 16 Jahren verboten wurde. Die australische Maßnahme löste eine intensive Debatte über Privatsphäre, Kindersicherheit und psychische Gesundheit aus.
Andere Länder wie das Vereinigte Königreich, Frankreich, Spanien, Dänemark, Brasilien, Indonesien und Südkorea untersuchen oder entwickeln ähnliche Ansätze.
Lianna McDonald, Direktorin des Canadian Centre for Child Protection, begrüßte die Initiative und warnte, dass Online-Sextortion dramatisch zugenommen habe. Ein kanadischer Beamter gab an, dass man versuchen werde, aus der australischen Erfahrung zu lernen.




