Die offizielle Version: Alles unter Kontrolle
Das Finanzministerium kam zum Feiern. Fitch Ratings bestätigte das mexikanische Schuldenrating mit „BBB-“, knapp über der Mindestschwelle für die Einstufung als „Investment Grade“. Acht Agenturen halten uns dort, heißt es im triumphalen Bulletin.
„Die Ratifizierung… wird es Mexiko ermöglichen, weiterhin unter günstigen Bedingungen Zugang zu den Finanzmärkten zu erhalten“, heißt es in der Erklärung.
Übersetzung: Wir können weiterhin Kredite aufnehmen, ohne Wuchergebühren zu zahlen. Hört sich gut an, oder? Aber in diesem Job ist das, was nicht gesagt wird, meist aufschlussreicher als das, was von den Dächern gerufen wird.
Was das Bulletin nicht titelt
Die Bewertung wird teilweise durch die „Unterstützung der Bundesregierung für Pemex im Jahr 2025“ gestützt. Da ist der erste Hinweis. Die Rettung des halbstaatlichen Ölkonzerns ist weiterhin eine teure Lebensader, für die öffentliche Gelder eingesetzt werden. Fitch sieht darin einen „Durchbruch“. Ich sehe es als Symptom.
Sie erkennen „Herausforderungen zur Produktionssteigerung“. Ein eleganter Euphemismus, um zu sagen, dass die Gans, die die goldenen Eier gelegt hat, immer noch krank ist. Die niedrige Auslandsverschuldung ist durchaus positiv. Spiegelt tiefe lokale Märkte wider. Aber es spiegelt auch eine interne Abhängigkeit wider, die ein zweischneidiges Schwert sein kann.
Die Haushaltsanpassung werde „sukzessiver“ erfolgen, erwartet die Ratingagentur. Um es undiplomatisch auszudrücken: Ausgabenkürzungen werden verschoben. Und hinsichtlich der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die Energiepreise prognostizieren sie „begrenzte“ Auswirkungen. Es bleibt abzuwarten, ob die Realität diesen Optimismus teilt.
Das „BBB-“ zu feiern ist, als würde man feiern, dass man eine Prüfung bestanden hat, indem man die Mindestnote erreicht hat. Um dort zu bleiben, müssen wir nicht über Pemex stolpern, keine Fehler bei den Ausgaben machen und den Ölpreisen die Daumen drücken. Die makroökonomische Stabilität, diese Verpflichtung, die das Finanzministerium bekräftigt, hängt an mehreren dünnen Fäden. Das Gedächtnis ist kurz, aber die Märkte vergessen nicht so schnell.




