Diego Luna kehrte 16 Jahre nach der Präsentation von Abel auf den roten Teppich von Cannes zurück. Diesmal tat er es mit Ceniza en la boca, einer Adaption des Romans von Brenda Navarro, und der Buñuel-Saal explodierte vor Applaus. Unter den Zuschauern: Alfonso Cuarón, Marina de Tavira, Daniel Michel und sein langjähriger Freund Gael García Bernal.
Der persönlichste Moment
Vor der Vorführung gestand Thierry Frémaux, dass der Film „den ganzen Winter über im Kopf geblieben“ sei. Aber der schwierige Teil kam, als Luna sprach. Auf Französisch, das er von seinem Sohn gelernt hatte, und dann auf Spanisch platzte er heraus: „Dieser Film war von Anfang bis Ende ein Erlebnis der Freiheit.“
Er erinnerte sich, dass er vor 16 Jahren Abel präsentierte, eine Geschichte über abwesende Väter, und sein Vater war dort. „Dieses Jahr ist er nicht mehr im Raum, weil er nicht mehr bei uns ist, aber ich widme es ihm auch.“ Und er fügte hinzu: „Ich habe die Gelegenheit, ihn meiner Tochter und meinem Sohn zu widmen, der hier ist, denn auch in diesem Film geht es um Abwesenheiten und er ist eine Erinnerung an den Vater, der ich nicht sein möchte.“
Mehr als ein Familiendrama
Luna machte deutlich, dass es sich bei Ash in the Mouth nicht nur um eine persönliche Geschichte handelt. „Es handelt von denen, die sich einen anderen Ort suchen müssen, von dem, was wir tun und was wir nicht tun. Hoffentlich regt es zum Nachdenken darüber an, was wir tun sollten.“
Adriana Paz, die bereits für Emilia Pérez die Goldene Palme gewann, sagte, sie sei „dank dieses Films sehr glücklich, nach Cannes zurückzukehren.“ Und Cuarón sagte nach der Vorführung zu Luna: „Ich war überrascht und es hat mir sehr gut gefallen.“
Gael blieb seinem Stil treu und erklärte, dass seine Rolle als Produzent darin bestehe, „kreative Freiheit zu geben und zu begleiten“. Kein Kontrollfreak, nur Support.
Das Echo im Raum
In Cannes fand Ash in the Mouth mehr als nur eine Plattform: einen Raum voller Erinnerung, Abwesenheit und der Dringlichkeit, diejenigen anzuschauen, die nach einem Ort suchen, an den sie gehören können. Und ja, es gab Tränen. Und ja, das 16-jährige Warten hat sich gelohnt.




