Das CJNG steht wegen Terrorismus und Drogenhandel unter internationaler Beobachtung
An diesem Mittwoch verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen wegen Terrorismus gegen hochrangige Beamte des Jalisco New Generation Cartel (CJNG), darunter dessen Anführer Rubén Oseguera Cervantes, alias „El Mencho“. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf seine Beteiligung am Fentanylhandel und anderen Gewaltverbrechen und markiert einen Wandel in der US-Strategie gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität.
Der kriminelle Werdegang von „El Mencho“
Oseguera Cervantes wurde 1966 in Aguililla, Michoacán, geboren und hat jahrzehntelange illegale Aktivitäten angehäuft. Seine kriminelle Vergangenheit reicht bis in die 1990er Jahre zurück, als er in Kalifornien wegen Heroinvertriebs verurteilt wurde, was zu seiner Abschiebung nach Mexiko führte. Nach seiner Rückkehr infiltrierte er die Polizeikräfte von Jalisco, bevor er sich dem Millennium-Kartell anschloss, wo er schnell unter den Schutz von Armando Valencia Cornelio, „El Maradona“, gelangte.
Der Bruch des Millennium-Kartells im Jahr 2010, nach dem Tod von Ignacio „Nacho“ Coronel und der Gefangennahme von Óscar Orlando Nava Valencia, führte zur Gründung des CJNG. Diese Gruppe entwickelte sich zu einer dominierenden Kraft in Jalisco und festigte Osegueras Macht durch brutale Taktiken und eine militarisierte Struktur.
Vorwürfe und globale Reichweite des CJNG
Seit 2017 wurde „El Mencho“ vor US-Gerichten mehrfach angeklagt, unter anderem wegen Verschwörung zur Verbreitung von Methamphetamin, Kokain und Fentanyl. Seine Organisation kontrolliert nicht nur geheime Labore und den Hafen von Manzanillo, sondern hat ihre Aktivitäten auch auf Treibstoffdiebstahl, Betrug und Migrantenschmuggel ausgeweitet.
Im Februar 2025 hat das US-Außenministerium die CJNG als ausländische Terrororganisation eingestuft und damit ihre Fähigkeit hervorgehoben, die Vereinigten Staaten mit synthetischen Drogen zu überschwemmen. Berichten zufolge produziert das Kartell 80 % des Fentanyls, das ins Land gelangt, einer Substanz, die jährlich für Tausende von Todesfällen durch Überdosierung verantwortlich ist.
Die Flüchtigkeit von Oseguera und die Auswirkungen des CJNG
Trotz einer Belohnung von 15 Millionen Dollar konnte sich „El Mencho“ jahrelang der Gefangennahme entziehen. Gerüchte über seinen Gesundheitszustand oder seinen Tod kursieren regelmäßig, die Behörden haben seinen Tod jedoch nicht bestätigt. Unterdessen hält sein Einfluss an: Im März 2025 verherrlichte ein Konzert in Jalisco seine Figur mit Narkocorridos und spiegelte damit die kulturelle Durchdringung des Kartells wider.
Die Entdeckung eines „Vernichtungszentrums“ in Teuchitlán mit Beweisen für paramilitärische Ausbildung unterstreicht die Brutalität des CJNG. Zurückgelassene Schuhe und Kleidung deuten auf das gewaltsame Verschwindenlassen Dutzender Menschen hin, eine Methode, mit der Gemeinden terrorisiert und Rivalen ausgeschaltet werden sollen.
Fazit: Eine binationale Herausforderung
Die Sanktionen wegen Terrorismus spiegeln die Ernsthaftigkeit der Bedrohung wider, die das CJNG sowohl für Mexiko als auch für die Vereinigten Staaten darstellt. Experten warnen jedoch, dass einseitige Maßnahmen ohne verstärkte bilaterale Zusammenarbeit und umfassende Strategien zur Bekämpfung von Drogennachfrage, Geldwäsche und institutioneller Korruption unzureichend sind.
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