Ein Fortschritt im Schattenwerk der Kriminalität in Michoacán
Die Behörden haben gerade die Tafel getroffen. An diesem Montag bestätigte das Sicherheitskabinett die Verhaftung von Gerardo Rodríguez, alias „El Congo“, in Michoacán. Er ist mutmaßliches Mitglied der Gruppe, die die brutale Ermordung des Bürgermeisters von Uruapan, Carlos Manzo, inszeniert hat.
Dieses Verbrechen, das sich am 1. November inmitten der Feierlichkeiten zum Tag der Toten ereignete, erschütterte die Avocado-Region in ihren Grundfesten. Die Gefangennahme stellt einen neuen Akt in dieser Untersuchung dar, der wie eine griechische Tragödie mit echtem Blut wirkt.
Wer ist „El Congo“ und welche Rolle spielte er?
Nach Angaben der Bundesbehörden war „El Congo“ Teil der kriminellen Struktur unter der Leitung von Jorge Armando Gómez, „El Licensed“, der bereits hinter Gittern sitzt. Hier ist das entscheidende Detail: Obwohl er nicht direkt an der Planung des Mordes beteiligt gewesen wäre, war seine Rolle eine andere.
Er gilt als Aktivitätskoordinator in der Region. Die Rede ist von Erpressung, Einziehung von Gebühren bei Avocado- und Zitronenproduzenten, Entführungen und anderen Gewalttaten. Die Behörden bringen ihn direkt mit dem Jalisco New Generation Cartel (CJNG) in Verbindung, dessen Dominanz in der Region ein offenes Geheimnis ist.
„Obwohl er nicht direkt an der Planung des Mordes beteiligt gewesen wäre, wird er als Koordinator von Erpressungsaktivitäten, Wohnungssammlungen … sowie Entführungen und Morden in der Gegend identifiziert.“
Seine Verhaftung kommt nicht von alleine. Er gesellt sich zu anderen finsteren Charakteren: Alejandro Baruc, alias „Kaos“, der als Anführer einer Gewalt erzeugenden Zelle und angeblicher rechter Mann von „El Licensed“ identifiziert wird. Auch logistische Mitarbeiter wurden getötet, darunter ein Taxifahrer, der angeblich die Flucht der Angreifer erleichtert hatte.
Das Verbrechen, das alles auslöste: Ein öffentlicher Platz verwandelte sich in einen Schauplatz des Grauens
Um das Ausmaß zu verstehen, muss man an den 1. November zurückgehen. Der Täter war ein junger Mann von gerade einmal 17 Jahren, der während der Schießerei mit den Leibwächtern des Bürgermeisters starb. Zwei weitere mutmaßliche Begleiter wurden Tage später tot aufgefunden.
Die Handlung verdüstert sich noch mehr: Auch ein Gemeindebeamter wurde festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Angaben zum Aufenthaltsort des Bürgermeisters am Tag des verhängnisvollen Anschlags gemacht zu haben. Das heißt, von innen heraus.
Jedes Herunterfahren ist, als würde man eine komplexe Maschine Stück für Stück auseinandernehmen. Sie nehmen die Vollstrecker gefangen, dann die logistischen Komplizen, dann die Koordinatoren wie „El Congo“ und zielen immer höher. Doch solange kriminelle Strukturen weiterhin über dieses Maß an Durchdringung und Ressourcen verfügen, scheint das Theater des Grauens in Michoacán noch viele Funktionen vor sich zu haben.




