Der Morgen, als Culiacán wieder zu einem Schachbrett wurde … aber mit Kugeln
Ah, Culiacán. Die Perle des Humaya, der Geburtsort des Corrido Tumbado und offenbar der Lieblingsort einiger Herren, um ihre kommerziellen Meinungsverschiedenheiten mit Bleischlägen beizulegen. In einer Demonstration krimineller Koordinierung, um die jeder Nachbarschaftsverband neidisch wäre, beschloss die organisierte Kriminalität, zwei gegenüberliegende Teile der Stadt mit Dosen ballistischen Terrors zu schmücken. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit bestätigte in seiner ewigen Rolle als Leichenzähler mit einer Feierlichkeit, die ans Komische grenzt, den Tod von vier Seelen und fünf Verwundeten. Waren diese letzteren Kollateralopfer oder einfache Zuschauer mit großem Pech? Wer weiß. Die Autoritäten, Experten in der Kunst der Mehrdeutigkeit, kommentieren nicht und überlassen es uns allen, makabere Rätsel zu spielen.
Im Süden, insbesondere auf den Boulevards Ganaderos und Jesús Kumate, wurden mehrere Personen in einem Ford Ranger-Lastwagen von einem Projektilregen getroffen, der sich überraschenderweise als tödlich erwies. Die Insassen des Fahrzeugs, die sicherlich nicht damit gerechnet hatten, dass ihre morgendliche Fahrt ihre letzte Fahrt sein würde, starben sofort. Zwei weitere Begleiter wurden mit etwas mehr Glück (oder vielleicht auch schlechterem Glück, je nachdem, wie man es betrachtet) nur verletzt. Die urbane Legende, oder besser gesagt die inoffizielle Version, besagt, dass die Angreifer in einem weißen Transporter unterwegs waren, der Lieblingsfarbe, um bei jeder Operation mit höchster Diskretion unbemerkt zu bleiben. Wie erwartet war das Gebiet mit einem Einsatz von Bundes- und Landeskräften gefüllt, die in einer Geste purer Effizienz den Verkehr sperrten. Denn nichts löst ein Problem der Gewalt so sehr, wie es Bürger daran hindert, zur Arbeit zu kommen.
Und in der anderen Ecke mehr Blei und Verwirrung
Damit sich niemand in der Stadt vom Festival der Gewalt ausgeschlossen fühlte, fand ein zweiter Akt dieser Tragikomödie am Nordausgang statt, günstig gelegen in der Nähe eines Einkaufszentrums. Stellen Sie sich vor: Beim Einkaufen im Supermarkt wird plötzlich eine Konfrontation zwischen rivalisierenden Gruppen zum Hauptspektakel. In diesem Szenario kamen zwei weitere Zivilisten ums Leben, was die makabre Zahl erhöht. Mit der für sie typischen chirurgischen Präzision stellten die Behörden fest, dass drei weitere Personen Schusswunden erlitten hatten. Das große Unbekannte, das Geheimnis, das die öffentliche Meinung in Atem hält, ist, ob diese Personen aktive Teilnehmer an der Schießerei waren oder einfache Zuschauer, die den Fehler machten, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Komm schon, die ewige philosophische Debatte über Narkogewalt: Opfer oder Kämpfer? Sie entscheiden.
Unterdessen führten Agenten der präventiven Staatspolizei, der mexikanischen Armee und der allgegenwärtigen Nationalgarde eine Suchaktion durch, die für das geschulte Auge eher eine Frage des Protokolls als der effektiven Ergebnisse zu sein scheint. Eine beeindruckende Demonstration von Männern und Ressourcen, um Geister in weißen Lieferwagen zu jagen. Es ist fast poetisch: Dieselbe Stadt, in der so viele musikalische Helden des Drogenhandels geboren wurden, dient als Schauplatz für diese öffentlichen Demonstrationen, dass territoriale Kontrolle weiterhin eine Chimäre ist. All dies hinterlässt bei uns eine tiefgreifende Überlegung oder zumindest einen sarkastischen Kommentar: Das Einzige, was mit der Schweizer Pünktlichkeit in Sinaloa zu funktionieren scheint, ist die Gewalt selbst.
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