Feier und italienischer Sport in Wimbledon
Flavio Cobolli hat auf Court 1 seine Spuren hinterlassen. Der Italiener besiegte den Australier Alex de Minaur in der vierten Runde von Wimbledon mit 7:5, 7:6 (4), 6:3. Sein erster Matchball war ein 217 km/h schneller Aufschlag, den der fünftgesetzte Spieler kaum erwidern konnte.
Cobolli feierte wie Cristiano Ronaldo: Er drehte sich in der Luft und landete mit gespreizten Füßen. Die Menge skandierte mit ihm „Siuu“. „Ich liebe Ihre Feier. Heute Abend feuere ich Portugal an“, sagte der Tennisspieler, der ein vielversprechender Fußballspieler in der Jugendmannschaft der Roma war.
Der Italiener ist nicht der einzige Star des Landes im Turnier. Jasmine Paolini erreichte ebenfalls das Viertelfinale, indem sie die Philippinerin Alexandra Eala mit 6:4, 4:6, 6:3 besiegte. Von der Royal Box aus beobachtete sie Kimi Antonelli, eine 19-jährige Formel-1-Fahrerin, die mit Mercedes die Wertung anführt.
„Dann habe ich mich mit Kimi getroffen. Ich werde ein F1-Fan“, kommentierte Paolini. Antonelli und Titelverteidiger Jannik Sinner – der am Dienstag gegen Jan-Lennard Struff spielt – sind angesichts der Probleme des heimischen Fußballs derzeit die beliebtesten Sportler in Italien.
Cobolli seinerseits versucht, sein Ergebnis in Roland Garros zu untermauern, wo er Alexander Zverev zu fünf Sätzen besiegte. De Minaur führte im zweiten Satz mit 5:2 und hatte im dritten einen Breakvorteil, doch Cobolli gab nicht auf. „Alex ist ein herausragender Spieler. Ihn in drei Sätzen zu schlagen, gibt mir das Gefühl, bereit zu sein“, sagte er.
Italienische Routine und nächster Rivale
Nach dem Sieg musste Cobollis Großvater in Wimbledon ein neues Zuhause für die Mannschaft finden, da sie nur bis zur ersten Woche gebucht hatte. Jetzt behalten sie ihre Routine bei: Abendessen, zubereitet von ihrem Vater und Trainer Stefano, mit ihrem Freund Edoardo Bove, einem Mittelfeldspieler von Watford, bevor sie sich ein WM-Spiel ansehen und Birnen- und weißes Schokoladengelato essen.
„Eine italienische Familie stellt uns das ganze Haus zur Verfügung. Das ist wirklich cool“, sagte Cobolli. Sein nächster Rivale wird der 23-jährige Brite Arthur Fery sein, der fünf Minuten vom All England Club entfernt aufgewachsen ist.
Paolini musste unterdessen vermeiden, sich durch die Anwesenheit von Roger Federer in der Royal Box ablenken zu lassen. „Er ist mein Idol. Während des Spiels dachte ich: Bitte bleiben Sie konzentriert“, gestand der 30-jährige Italiener.




