Cannes 2025: Zwischen Politik, Nostalgie und einem atmenden Hollywood
Die 79. Filmfestspiele von Cannes haben begonnen und wie immer gibt es nicht nur Kino. Es ist ein Spiegel von allem, was uns widerfährt. Politik, künstliche Intelligenz und ein Hollywood, das eine Pause zu machen scheint. Oder vielleicht eine Auszeit.
Peter Jackson, der König von Mittelerde, erhielt eine Ehrenpalme d’Or. Und es hätte nicht anders sein können: Elijah Wood, der Frodo, der uns an Freundschaft und Ringe glauben ließ, war für die Übergabe verantwortlich. Es war einer dieser Momente, der einen überrascht und uns daran erinnert, warum wir Kino lieben.
Aber es war nicht nur Nostalgie. Die Jury unter dem Vorsitz des südkoreanischen Genies Park Chan-wook zog keine Kompromisse ein. Ken Loach-Drehbuchautor Paul Laverty zeigte auf das diesjährige Plakat – das ikonische Bild von Thelma & Louise – und ließ eine Bombe platzen: „Ist es nicht faszinierend zu sehen, dass Susan Sarandon, Javier Bardem und Mark Ruffalo verboten wurden, weil sie sich gegen die Ermordung von Frauen und Kindern in Gaza ausgesprochen haben? Schande für Hollywood.“ Direkt zum Kern der Debatte.
Und inzwischen schleicht sich künstliche Intelligenz in alle Gespräche ein. Wie wird sie sich auf die Schöpfung auswirken? Wird es ein Werkzeug oder eine Bedrohung sein? Cannes wird zum perfekten Ort, um uns das zu fragen, zwischen roten Teppichen und Blitzlichtern.
Oscar-Anwärter? Dieses Jahr ist Cannes der Auftakt. Pedro Almodóvar, James Gray, Ryusuke Hamaguchi… Namen, die wie Auszeichnungen klingen. Und in den nächsten zwei Wochen werden wir Kristen Stewart, Barbra Streisand, Adam Driver, Cate Blanchett sehen … eine Liste, die sich wie eine Castingliste für einen Nolan-Film liest.
Das Merkwürdige: Es zählt auch, was in Cannes nicht ist. Hollywood fällt größtenteils durch seine Abwesenheit auf. Ermüdung? Strategie? Vielleicht brauchten sie einfach eine Pause. Unterdessen eröffneten Jane Fonda und Gong Li das Festival mit der Eleganz derjenigen, die wissen, dass das Kino am Ende immer einen Weg findet, zu sagen, worauf es ankommt.
Und wir, von zu Hause aus, schauen uns alles von der Couch aus an. Aber hey, wenigstens haben wir Popcorn.




