Freiwillige restaurieren das Fossil eines prähistorischen Kolosses in Warschau
Im Kopernikus-Wissenschaftszentrum in Warschau arbeitet ein Team von mehr als 2.000 Freiwilligen an der Restaurierung des Skeletts eines Mastodonsaurus, einer riesigen Amphibie, die vor 240 Millionen Jahren lebte. Mit Meißel, Bürste und Schutzbrille tragen sie Millimeter für Millimeter das Gestein ab, das die Knochen bedeckt.
Besucher beobachten durch ein Fenster den Fortgang der Arbeiten. Das Skelett misst fast 6 Meter und wiegt 1.300 Kilogramm. Laut Tomasz Sulej, einem Paläontologen an der Polnischen Akademie der Wissenschaften, wird es das größte seiner Art sein, das in einem Museum weltweit ausgestellt wird.
Ein Erlebnis, das den Bürgern offen steht
Bei den Freiwilligen handelt es sich nicht um Wissenschaftler, sondern unter anderem um Manager, Reinigungskräfte und Tätowierer. Vor den betreuten zweistündigen Sitzungen erhalten sie eine Schulung und Schutzausrüstung. „Ich stelle mir vor, dass diese Knochen 240 Millionen Jahre lang unter der Erde lagen und ich der erste Mensch bin, der sie berührt“, kommentierte Teamkoordinatorin Tatyana Kozyk.
Das Exemplar wurde 2023 in Südpolen von Sulej und Wojciech Pawlak entdeckt. Im Gegensatz zu anderen Funden in Deutschland und Russland, die 2 bis 3 Meter groß sind, bietet dieses Exemplar neue Informationen über die Art. „Die Struktur des Körpers unterscheidet sich von dem, was wir kannten“, sagte Sulej.
Eine Botschaft natürlicher Widerstandsfähigkeit
Dorota Serafín, eine 51-jährige Managerin, beschrieb die Erfahrung als „entspannend und philosophisch, sogar mystisch“. Der Mastodonsaurus lebte nach dem größten Massenaussterben auf dem Planeten, kurz vor dem Aufstieg der Dinosaurier. Für Sulej ist seine Geschichte eine Botschaft der Hoffnung angesichts des Klimawandels: „Natur und Leben finden immer Wege zum Überleben.“
Die Restaurierung wird im Oktober oder November abgeschlossen sein. Das Skelett wird dann im selben Zentrum der Öffentlichkeit präsentiert.