Panorama der Gewalt gegen Umweltschützer im Jahr 2024
Das Mexikanische Zentrum für Umweltrecht (Cemda) dokumentierte im Jahr 2024 94 Angriffe gegen Umwelt-Menschenrechtsverteidiger, ein Rückgang von 24 % im Vergleich zu den 123 im Jahr 2023 registrierten Fällen. Die alarmierendste Zahl ist jedoch der Anstieg der tödlichen Angriffe um 25 %, die von 20 auf 25 Todesopfer anstiegen. Diese Daten spiegeln ein Szenario wider, in dem die Gesamtzahl der Vorfälle zwar abnimmt, die Gewalt jedoch in ihrer extremsten Form zunimmt.
Rote Ampeln: kritische Einheiten und Sektoren
Fünf Staaten konzentrierten 50 % der Angriffe: Oaxaca (15), Chiapas (9), Michoacán (9), Puebla (9) und Veracruz (8). Chiapas war die Region mit den meisten Morden (9), darunter der Massenmord an Ignacio López und seiner Familie im Zusammenhang mit einem Konflikt um die Kontrolle einer Barytmine. Weitere symbolträchtige Fälle waren die von Carmen López Lugo, einer indigenen Verteidigerin in Tila, und des Priesters Marcelo Pérez, dem Gründer von Modevite.
Die Landwirtschaft (14 Fälle), die Kommunikationswege (13) und die Forstwirtschaft (12) waren am konfliktreichsten. Auffallend ist, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern bei 66 % um staatliche Beauftragte (Beamte, Polizei oder Staatsanwälte) handelte, gefolgt von Mitarbeitern privater Unternehmen (25 Fälle) und organisierter Kriminalität (17).
Muster von Gewalt und Verletzlichkeit
Der Bericht führt aus, dass die häufigsten Arten von Aggression neben Tötungsdelikten auch Einschüchterung, Belästigung, Kriminalisierung und Stigmatisierung waren. Indigene Gemeinschaften und Zivilorganisationen waren mit 43 bzw. 21 Angriffen die Hauptziele. Unter den Opfern sind Führungspersönlichkeiten wie Javier Ochoa Tejeda (Veracruz), der sich gegen eine Mülldeponie aussprach, und Minerva Pérez Castro (Baja California), die sich für nachhaltige Fischerei einsetzt.
Cemda betont die Dringlichkeit der Anwendung des Escazú-Abkommens, um den Schutz der Verteidiger zu gewährleisten. „Es sind umfassende öffentliche Maßnahmen erforderlich, die Risiken beseitigen und eine sichere Ausübung des Umweltschutzes ermöglichen“, heißt es in dem Dokument. Trotz des Rückgangs der Gesamtzahl der Opfer (301 im Jahr 2024 gegenüber 416 im Jahr 2023) erfordert die zunehmende Letalität konkrete Maßnahmen.
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